Vancouver 2013

"Groß-Julia" entdeckt die Welt :-)

Donnerstag, 03.10.2013 Pics

                        

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Freitag, 04.10.2013 Tomatensaft ohne Salz und Pfeffer

Von Stephan hatte ich auf unserem letzten Flug gelernt, dass man im Flugzeug Tomatensaft mit Salz und Pfeffer trinkt. Also bestellte ich mir mutig einen Tomatensaft, aber es gab weder Salz noch Pfeffer. Ein Tag ohne jede Würze.


Mit 16 Kilo auf dem Rücken, Kamera umgehängt, mit Laptop bewaffnet und Handtasche über der Schulter, schleppe ich mich mit triefender Nase morgens um 9.00 Uhr zur U-Bahn. Nach zwei Katastrophenwochen bei der Arbeit, Packstress und Wiesn-Wahnsinn heißt es nun tatsächlich: URLAUB!

Vollgepumpt mit all den bekannten Erkältungsmittelchen stehe ich die ersten acht Stunden Flug von München nach Toronto gut durch. Wir laden mit 30 Minuten Verspätung d.h. Zwischenspurt zum Zoll, Gepäck abholen, wieder aufgeben, erneut bei der Sicherheitskontrolle anstellen und Endspurt zum Gate. Erschöpft und nassgeschwitzt  erreiche ich den Anschlussflug nach Vancouver auf den letzten Drücker. Als Alleinreisende mit Kapuzenpullover und  schwarzer RAF-Brille gehöre ich in Kanada scheinbar zur Risikogruppe, was die Einreise betrifft. Gerade hatte ich vor dem Zoll eine Deutsche getroffen, die auch auf dem Weg nach Vancouver war, da wurden wir auch schon wieder getrennt. Denn sie durfte wie 99 % der anderen Reisenden nach dem Zoll direkt zum Gepäckband; ich durfte noch eine Ehrenrunde über die Kanadische Polizei drehen und Fragen zu meiner Person beantworten, u.a. warum ich in Istanbul war. Das machte den Zeitdruck nicht gerade geringer. Im Flieger sitzend baut mein Körper nach dem kurzen Adrenalinschub nun endgültig ab. Der Kopf zerplatzt, die Nase läuft, der Hals schmerzt, aber noch weitere 5 lange Stunden Flug liegen vor uns. Augen zu und schlafen.

Vancouver erwartet mich mit einer Silhouette von Bergen und den sich auf dem Wasser spiegelnden Lichtern der Stadt. Hier bin ich richtig!

Im Taxi fragt mich der Taxisfahrer nach Hilter als er erfährt wo ich herkomme. Auf der 20 Minuten lagen Fahrt konnte ich ihn hoffentlich davon überzeugen, dass es tatsächlich auch freundliche Menschen in Deutschland gibt.  

Im Hotel erwartet mich eine Suite mit eigener Küche, Flatscreen und einen King Size-Bett, das ich für die nächsten 12 Stunden nicht mehr verlassen werde. Es ist 22.00 Uhr Ortszeit. In München ist es nun Samstag und die ersten Verrückten stehen schon wieder vor dem Bierzelt. Good Night everybody!

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Samstag, 05.10.2013 Vancouver Tourist Attractions: Check!

Man sollte nicht mit der Erwartung nach Vancouver reisen, dass einen die Stadt mit  Wahrzeichen, alten Gebäuden und Museen begeistert. Dafür ist die Geschichte der Stadt viel zu jung.  Vancouver ist vielmehr ein „Start-Up“, immer wieder neu auf der Entdeckung nach sich selbst.

Heute lasse ich es ruhig angehen. Die Erkältung und der Flug sitzen mir noch ein wenig in den Knochen. Also erst einmal den Stadtplan raus und die Lage checken.

Im Westend wohnend ist es nur einen Katzensprung bis zum Coal Harbour. Hier schaue ich begeistert dem heiteren Treiben der startenden und landenden Wasserflugzeuge zu. Weiter geht es auf der Promenade entlang  zum Canada Place, die Burrard Street hoch und auf die Glenville Street. Nach kurzer Pause finde ich zufällig den Weg zum English Bay. Ein schöner Stadtstrand, den die Vancouverites zum Relaxen und Sportreiben nutzen. Die Denman Street mit vielen Cafes und Restaurants führt mich wieder zurück ins Westend.

Somit habe ich am Ende des Tages eigentlich so gut wie alle s.g. Tourist Attractions der Stadt abgehakt und bin selbst überrascht darüber.

Die Stadt zieht mich schnell in den Bann. Alleine der ständige Blick auf das Wasser und die Berge. Aber auch die Menschen hier sind unheimlich freundlich, hipp und kunterbunt. Zum Shoppen ist die Stadt der Wahnsinn! 

Abends geht es noch für einen Abstecher in den ortsüblichen Supermarkt. Ich verbringe ca. 1,5 Stunden in dem Laden bis ich alle Regale durch habe. Eigentlich brauchte ich nur Wasser und eine Semmel. Ein Sortiment: amazing! Könnte mein neues Hobby werden. Was für mich nur noch irgendwie unklar bleibt: Wo bitte gehen hier in Kanada die Singles einkaufen?! Bei den Gebinden reicht die Packung Butter für ein ganzes Jahr, die Chipstüte für ca. 10 verregnete Fernsehabende und die Colaflasche für einen dreitätigen Koffeintrip. Machen die hier etwa Foodsharing? ;-)

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Sonntag, 06.10.2013 Good Morning Vancouver oder der frühe Vogel fängt das Foto!

Im Bett liegen bleiben oder doch aufstehen? Das frühe Aufstehen wurde mit einer spektakulären Morgenstimmung am Coal Harbour belohnt. 


Ein Blick aus dem Fenster und ich sehe den Frühneben, der noch über dem Wasser hängt. Eigentlich das ideale Licht für ein paar schöne Fotos, denke ich mir. Aber eigentlich bin ich doch noch so müde. Die Neugierde siegt: rein in die Jogginghose, Kamera geschnappt und runter zum Hafen. Es erwartet mich eine Stimmung, die sicherlich zu einem der Höhepunkte der Reise werden wird. Die wenigen Jogger, der Neben, der sich um die Brücke gelegt hat und langsam aufsteigt, die ersten Ruderer auf dem Wasser, die Sonne, und ich. Das sind diese Momente, an denen man einfach sieht, riecht und spürt, wie schön das Leben ist.  Auf dem Rückweg hole ich mir einen Grande Cappuccino bei Starbucks und frühstücke glücklich in meinem Zimmer.

Da es  laut Wettervorhersage heute einer der wenigen sonnigen Tage sein wird, liegt ein straffes Programm vor mir:

Rauf auf den Lookout. Von hier hat man einen 360 Grad Blick über die Stadt und ganz weit in der Ferne erkenne ich sogar die tiefweißen Bergspitzen der Rockies. Weiter geht es in Richtung Gastown zur Steam Clock. Eigentlich amüsieren mich die Japaner mehr, die um die Uhr herumstehen und  das perfekte Lächeln für das Familienfoto aufsetzen, als das mich die Uhr selber beeindruckt. Abgehakt, next station: Canada Place. Dort leihe ich mir ein Fahrrad aus (zum Wucherpreis) und starte meine Fahrradtour durch den Stanley Park.  Eine wunderschöne Strecke durch bunt verfärbte Laubwälder, immer entlang des Wassers und stets mit einem Blick auf die Skyline von Vancouver. In Richtung Süd–Westen kommt man an kleinen Buchten mit Stränden vorbei, wo viele Einheimische ihren Sonntag verbringen und einige Mutige sich sogar ins Wasser trauen. Auch ich ruhe mich hier kurz aus und tanke die warme Sonne.

In Vancouver ein Feierabend-Bierchen zu kommen ist nicht so einfach. Vergeblich mache ich mich abends auf die Suche nach einem Bier „to go“. Das Zauberwort ist Liquor Store, aber das lerne ich erst später. 

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Montag, 07.10.2013 Mein ständiger Begleiter: Mr. Jetlag

Auch nach 3 Tagen hat sich mein Schlafrhythmus noch nicht an Kanada gewöhnt. Das macht die Tage lang und die Nächte kurz.

 

Nach nur wenigen Stunden Schlaf steht heute eine Fahrt zum UBC Museum of Anthropology auf dem Programm. Hierfür stelle ich mich an die Bushaltestelle und bin gespannt auf meine erste Busfahrt. An der Bushaltestelle werde ich von einer älteren Dame angesprochen und nach dem Wetter gefragt. Sie dachte, ich sei eine Einheimische. Eine nette Begegnung. Sie erzählt mir, dass sie bis zum Vortag noch in Rom war und dass es dort viel wärmer war. Das sollte nicht das einzige Mal bleiben, dass die Vancouverites mich spontan auf der Straße oder im Fahrstuhl ansprechen und mich in ein kurzes Gespräch verwickeln.

Die UBC ist die größte Universität British Columbias und müsste ich noch einmal studieren: Die Wahl der Uni wäre getroffen. Was für ein Campus, was für eine Lage  -direkt am Pazifik! Ich genieße das Gefühl nicht als Tourist unterwegs zu sein und mische mich unauffällig unter die Studenten.

Das hochangepriesene Museum verliert dagegen eher an Reiz. Außerdem lassen sich die Kanadier den Eintritt, wie auch bei fast allen s.g. Tourist Attractions, ordentlich bezahlen.

Auf dem Rückweg steige ich im Stadtteil Kitsilano aus dem Bus aus und schlendere von Geschäft zu Geschäft. Mir fehlt es an gar nichts in Kanada.

In Vancouver leben so viele Nationalitäten zusammen, das schlägt sich auch auf die kanadische Küche nieder. Vor allem Liebhaber der asiatischen Küche kommen hier voll auf ihre Kosten. Ob Sushi, Koreanisch oder Thai, es gibt alles in Hülle und Fülle. Aber auch die Naturverbundenheit und der sportliche Lebensstil der Kanadier zeigen sich in den Lokalen und Geschäften. So entdecke ich eine Art Bio-Supermarkt, einfach großartig! 

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Dienstag, 08.10.2013 Blaue Stunde und die Angst vor den Chinesen

Heute schlage ich das „Ass im Tennis“ mit meiner Kamera.  Nur wenige Stunden vorher musste ich diese jedoch noch vor den „Chinesen“ retten.

 

Weil das gestern so gut geklappt hat mit dem Busfahren, starte ich heute einen weiteren Versuch, mich im öffentlichen Verkehrsnetz von Vancouver zu Recht zu finden. Knapp daneben ist auch vorbei: Ich lande nicht wie geplant in Chinatown, sondern ein paar Blocks weiter. Das „GPS in my head“ navigiert mich jedoch sicher zum Eingang von Chinatown. Hier besuche ich den Dr. Sun Yat-Sen Botanischen Garten und gehe die Straßen rauf und runter. Bis ich mich plötzlich wundere, warum  hier so viele Obdachlose  am Straßenrand sitzen. Kurz darauf steigt mir ein süßlicher Nebel durch die Nase, den man eigentlich nur aus Amsterdam kennt, da lese ich das Straßenschild: Hastings Street. Oje, hieß so nicht die Straße, die man laut Reiseführer als Tourist auf jeden Fall meiden sollte?! Meine Kamera verschwindet reflexartig unter meinem Schal. Als ich dann auf der offenen Straße zwei Leute beim Drogengeschäft zusehe, nehme ich beide Beine unter die Arme und renne. Schnell raus aus Chinatown.

Nächstes Ziel ist die Science World. Hier ruhe ich mich im Creekside Park von dem kurzen Schock erst einmal aus. Von der Pacific Main Station geht es zurück zur Unterkunft.

Ein weiteres Projekt liegt an diesem Abend noch vor mir: Die blaue Stunde!

Kurz vor 18.00 Uhr schnappe ich mir meine Kamera und mache mich auf in Richtung Stanley Park, von dem aus man einen tollen Blick auf die Skyline von Vancouver hat. Zum ersten Mal will ich die Stimmung zur s.g. blauen Stunde mit meiner Kamera einfangen. Leider werden 95% der Bilder unscharf. Aber: Ein „big shot“ ist am Ende dann doch dabei. 

Auf dem Weg zum Stanley Park schaue ich noch schnell in der Apotheke vorbei, um mir etwas gegen den Husten zu kaufen. Die Apothekerin ist drei Köpfe kleiner als ich, aber so freundlich! Sie empfiehlt mir einen Hustensaft. Ein Zeug, das nach aufgelösten Kräuterbonbons schmeckt und zäh ist wie Ahornsirup. Wenn das nicht helfen sollte, schreibt die Apothekerin mir noch den Namen von einem stärkeren Mittel auf. Das nenne ich mal Service. 

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Mittwoch, 09.10.2013 Und immer noch kein Bargeld

Das liebe Leiden mit dem Geld. Karte Nr. 1 ist gesperrt, Karte Nr. 2 ohne Pin und nur noch 5 CAD in der Tasche.

 

Da das Wetter heute nicht so gut werden soll, nutze ich den Tag, um meine weitere Reise zu planen. Hostel in Tofino is booked! Bus is booked!

Anschließend mache ich mich auf den Weg nach Gansville Island. Ein Viertel, das auf der anderen Seite vom False Greek liegt. In alten Hafengebäuden haben sich junge Künstler und Geschäfte breit gemacht. Am besten gefällt mir die Markthalle mit den bunten Ständen und dem heiteren Treiben der Menschen. Am Wasser entlang gehe ich zum Museum of Vancouver. Ein moderner Bau umgeben von einem schönen Park. 

Dann heißt es erst einmal Mittagspause. Wo? Starbucks. Die gibt es in Vancouver wie Sand am Meer oder wie den Bäcker um die Ecke in Deutschland.

Mit dem Bus fahre ich in Richtung Yaletown. Das neue In-Viertel von Vancouver. Hier findet man vor allem viele Lokale und Bars. Mich begeistert dieses „gemachte“ Viertel eher wenig. Vielleicht hat es mehr am Abend mehr Charme.

Über die Robson Street geht es wieder heim.

Abends will ich pflichtbewusst meine Platstikwasserflaschen mit dem Recycling –Zeichen wieder zurück in den Supermarkt bringen und frage den Verkäufer, wo ich diese abgeben könnte. Er ist so nett und zeigt mir den Weg. „Here“ sagt er. Ich gucke mich verwirrt um, denn ich sehe nur den Mülleimer vor mir. Aber genau hier gehören die Flaschen hinein. In Deutschland gibt es dafür Automaten und ich bekomme Geld für das Zurückringen von Plastikflaschen, das versuche ich dem freundlichen Verkäufer erst gar nicht zu erklären und schmeiße ohne mir was anmerken zu lassen meine Flaschen weg. Andere Länder, andere Recyclingsysteme.

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Donnerstag, 10.10.2013 Auf den Spuren von Olympia 2010

Auf der Route 99 verbringe ich einen der schönsten Tage während meiner Zeit in Vancouver.


Bereits am Dienstag hatte ich mir einen Mietwagen bei enterprise für heute gebucht. Also starte ich morgens um 8.00 Uhr nach gefühlten 15 Unterschriften auf dem Mietvertrag meinen Tagesausflug nach Whistler.

Auch ohne Navi steuere ich souverän die Route 99 North an. Raus aus dem Berufsverkehr erst einmal Frühstück im Auto: Grande Cappuccino und Cranberry Bagel. Links von mir die Küste, vor mir die verschneiten Gipfel der Rocky Mountains. Ein Gefühl von Freiheit.

Die Route 99 ist überhäuft von s.g. Point of Interests, die alle gut ausgeschildert an der Stecke liegen. Ich suche mir nur ein paar wenige Stopps heraus. Erster Halt die Shannen Falls. Von dem Wasserfall bin ich nur wenig beeindruckt. Viel witziger ist mal wieder, was die Kanadier aus so einer s.g. Tourist Attraction machen: Riesen Parkplatz, schöne Bänke, Info Centre und sogar gemähter Rasen (mitten in der Wildnis). Unfassbar paradox. Wie immer dürfen auch die asiatischen Touristen mit  ihren Kameras nicht fehlen. Sie steigen gerade aus ihrem Bus mit der Aufschrift „Super Vacation“ aus. Das Grinsen kann ich mir nicht verkneifen.

Weiter geht’s den Rockies entgegen. Durch Squamish hindurch zum nächsten Aussichtpunkt für ein schnelles Foto und schnurstracks weiter in Richtung Whistler. Kurz vor Whistler liegen die Olympischen Spielstätten. Hier biege ich ab und fahre eine einsame Straße den Berg hoch. Unten an der Straße fotografiere ich noch das Warnschild „Freilaufende Bären“, da traue ich wenige Kilometer später meinen Augen kaum, als am Straßenrand tatsächlich ein echter Bär sitzt.

Whistler selber ist ein typischer Skiort mit vielen kleinen Geschäften für den Outdoorbedarf und sehr gepflegten Straßen. Mich interessiert vor allem der medals plaza, wo die Olympischen Ringe stehen und man ein bisschen von dem olympischen Geist von 2010 noch spüren kann. Da bin ich: Olympia!

Leider endet der Ausflug nach Whistler mit einer großen Enttäuschung, denn die Peak2Peak -Seilbahn fährt nur am Wochenende und so gibt es keine Chance für mich auf den Berg zu kommen. Damn! Ich frage die Tourist Dame vom Dienst noch, ob ich nicht hochlaufen könnte. Sie guckt mich an, als käme ich vom Mond und bietet mir eine Jeep-Tour für 110 CAD an. Ich gebe endgültig auf.

Nach der Enttäuschung folgt das nächste Erfolgserlebnis: Ich bekomme wieder Geld aus dem Geldautomaten. Was für ein beruhigendes Gefühl wieder liquide zu sein. 

Nach einer Pause am medals plaza, wo ich in der Sonne die Stimmung genieße und eine pizzapretzel esse, fahre ich die Route 99 wieder in Richtung Vancouver. Natürlich darf ich mir das Olympische Dorf nicht entgehen lassen. Hier sind mittlerweile eine Jugendherberge und ein Traningscenter entstanden. Weitere Halte sind die Brandywine Falls und die Mall in Squamish. Von den Aussichten von der Strecke aus kann ich nicht genug bekommen. Was für ein Traum!

Ohne Navi fahre ich zielstrebig in in den Feierabendverkehr, verfahre mich souverän und lande wie es das Schicksal so will mal wieder auf der berüchtigten Hastings Street. Schwupp, alle Türen von innen verriegelt und bloß wieder zurück zu enterprise.

Ist es noch früh genug für einen kurzen Spaziergang zum Strand, wo der Tag mit einem wunderschönen Sonnenuntergang endet. 

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Freitag, 11.10.2013 Busfahren in Kanada oder Grouse Mountain Teil 1

Heute sollte ich die meiste Zeit des Tages mit dem Busfahren verbringen und werde zur Expertin des Nahverkehrsnetzes von Vancouver.

 

Den Tag beginne ich wie immer mit einem Grande Cappuccino von Starbucks. Ein von mir nach bereits nur wenigen Tagen in Vancouver geliebtes Ritual. So startet jeder Morgen für mich mit dem Lächeln, einem freundlichen „How are you doing“ und einem kurzen small talk vom Menschen hinter der Starbucks-Theke.

Nach einem kurzen Telefonat mit zuhause gehe ich gemütlich am Hafen entlang in Richtung Canada Place. Hier erkundige ich mich bei der Tourist Info, wie ich am besten zum Grouse Mountain komme. Wie von der hilfsbereiten Dame beschrieben, nehme ich den Seabus, um auf die andere Seite des Burrard Inlet zu kommen. Von dort aus fahre ich mit dem 236 direkt zur Talstation. Leider zieht sich das Wetter immer mehr zu und es ist verdammt kalt. Nach einigem Zögern, entscheide ich mich, die Seilbahn auf den Grouse Mountain nicht zu nehmen. Anstelle dessen, laufe ich den Berg bis zur Capilano Suspension Bridge herunter. Ein schöner Weg durch die Wohnviertel von North Vancouver.

An der Capilano Suspension Bridge steige ich wieder in den Bus und fahre zurück zum Lonsdale Quay. Allerdings möchte ich nicht wieder den Seabus nehmen, sondern mit dem Bus durch den Stanley Park fahren. Ich steige also in den 242 mit der Aufschrift „Vancouver“ ein, mit dem ich dann erst einmal die kompletten Highlands abfahre, bevor ich nach ca. 1,5 Stunden tatsächlich wieder in Vancouver ankomme. 

An dieser Stelle ein paar Erfahrungswerte zum Busfahren in Kanada: 

  • Busfahrpläne? Nur was für Deutsche.
  • Bitte Warten.
  • Achtung: den Bus, wenn er dann mal kommt nicht vorbeifahren lassen!
  • Zahlen? Manchmal, aber nicht immer. Wenn, dann immer nur mit Coins.
  • Zeit einplanen. Der Fahrer macht auch mal zwischendurch Pause für Privattelefonate.
  • Vor dem Aussteigen: Reißleine ziehen!

Beachtet man all diese Hinweise, ist das Busfahren in Vancouver eigentlich ein hilfreiches Transportmittel.

Zu früh zurück aus den Bergen, um den Abend im Zimmer zu verbringen, zu spät zurück, um noch was von der Stadt zu sehen, entscheide ich mich spontan für einen Kinobesuch im Scotiabank Theatre Vancouver. Danach schlendere ich noch durch die bis 23 Uhr geöffneten Geschäfte der Robson Street.

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Samstag, 12.10.2013 Grouse Mountain Teil 2

Unverhofft kommt oft: Das Wetter ist heute viel besser als in der Wettervorhersage angesagt und so starte ich einen erneuten Versuch rauf auf den Grouse Mountain – mit Erfolg!

Irgendwie stimmt die Wettervorhersage in Vancouver nur selten. Sonne, d.h. ein perfekter Tag für den Grouse Mountain. Mit dem Bus zur Talstation, rein in die Gondel und schon stehe ich auf Vancouvers Hausberg. Einen schönen Blick auf die Stadt hat von von hier. Ich gehe die wenigen Hiking-Strecken auf dem Berg ab. Im Winter ist hier ein schönes Skigebiet. Die Sessellifte laufen sogar im Sommer.

Den Touris wird hier so einiges geboten: Helirundflüge, Bärengehege, Aussichtsturm und auch eine Lumberjack-Show. Ich gucke kurz zu und komme mir vor wie in einer anderen Welt.

Den Abend nutze ich für einen Ausflug zur örtlichen Bibliothek. Ein architektonisch atemberaubendes Gebäude. Hier lasse ich die Canon glühen :-)

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Sonntag, 13.10.2013 „Don’t worry be happy. I am happy, you are happy, we all are happy“

Heute geht es an die Küste, Vancouver Island, Tofino, Pazifik ich komme!

Der Wecker klingelt um 5.30 Uhr. Alles ist gepackt für die Weiterreise von Vancouver nach Tofino. Check out und rein ins Taxi zur Pacific Train Station. Noch vollkommen schlaftrunken begrüßt mich der pakistanische Taxifahrer mit den Worten: „Don’t worry, be happy. I am happy, you are happy, we all are happy.“ Ich grinse und denke, heute wird ein guter Tag.

An der Pacific Train Station hole ich mir mein Greyhound Ticket und warte auf das „Boarding“.  Mit dem Bus geht es zum Horeshoe Bay zur Fähre nach Nanaimo auf Vancouver Island. Von dort aus startet die Weiterreise quer über die Insel nach Tofino. Die Strecke ist überseht mit pittoresken Landschaften: Seen, Wälder, Berge.

Nach der kurzen Nacht, habe ich mühe die Augen auf zu halten und all die Natur zu genießen.

Angekommen in Tofino, heißt es raus aus dem Bus und erst einmal das Hostel finden. Dabei bin ich allerdings nicht alleine, eine weitere Deutsche hat das gleiche Ziel. Wir schließen uns zusammen und gehen nach dem Einchecken zusammen eine Runde durch den Ort, kaufen ein und besorgen uns (das erste kanadische) Bier. 

Mit dem Bier in den Hand sitzen wir am Hafen und gucken auf den Sonnenuntergang. Da kommt plötzlich eine Robbe an uns vorbei geschwommen: Mehr geht nicht!

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Montag, 14.10.2013 Am schönsten Arsch der Welt

Tofino ist ein kleiner Ort und  liegt wie die Kanadier sagen würden „at the end of the road“. Es gibt einen Supermarkt, ein paar Restaurants und vor allem: Surfläden.

  

Frühstück im Hostel: da stoßen Welten auf einander. Neben uns am Tisch sitzen Asiaten mit Muffins, Würstchen (frisch aus der Pfanne), Croissants und einem Krebs. Das Alles essen sie quer durcheinander ohne Teller - nur mit der Gabel und den Fingern. Wieder andere kochen sich einen Brei aus undefiniertem Etwas. Mit meinem Bagel und Frischkäse komme ich mir fast spießig vor.

Es ist schön im Hostel wieder mehr unter Menschen zu sein.  Mit Melanie verstehe ich mich auf Anhieb super. Sie ist 32 und gerade auf Weltreise. Nicht nur andere Essgewohnheiten bekommt man hier mit, sondern auch andere Lebensmodelle - und das ist spannend!

Nach dem Frühstück gehe ich ein Stück vom Lighthouse Trail in Tofino zum Tonquin Beach. Dann laufe ich durch den Ort bis zum McKenzie Beach. Eine schöne Bucht, wo ich mich in die Sonne lege und relaxe.

Abends im Hostel kochen und spielen wir noch zusammen. Ein Schweizer und eine Abiturienten aus Weimar sind auch dabei.

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Dienstag, 15.10.2013 Sundowner

Ohne Auto und Fahrrad ist man in Tofino ziemlich aufgeschmissen. Aber wir haben unseren Schweizer Helden mit Mietwagen!

 

Nach einer fast schlaflosen Nacht wegen Schnarchalarm in unserem 4-Bett-Zimmer brauche ich am Morgen erst einmal Zeit, um in Gang zu kommen. Gegen Mittag entscheide ich mich dazu, ein Fahrrad auszuleihen, um zum Beach zu kommen. Nach ca. 7 Km komme ich zum Cox Bay. Vorher mache ich noch einen kurzen Abstecher zum Chesterman Beach. Eine wirklich schöne Bucht mit wenig Menschen und einem Strand auf dem man sogar Fahrrad fahren kann.

Cox Bay gilt als der Surfspot in Tofino. Auch heute sind viele Surfer in den Wellen unterwegs. Ich lege mich an den Strand und genieße die Sonne.

Auf dem Rückweg halte ich bei einem winzigen Grocery Store. Irgendwie typisch für hier. Alles etwas alternativ, künstlerisch, sportlich angehaucht.

Der Höhepunkt des Tages steht mir aber noch bevor. Marcel wird uns mit seinem Auto zum Sundowner nach Long Beach mitnehmen. Also quetschen wir uns zu sechst in den Toyota und cruisen los.

Der Strand ist riesig und in der Abendstimmung wunderschön. Auf dem Rückweg stoppen wir beim Wildlife Grill und kaufen uns Burger zum Abendessen. Cool!

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Mittwoch, 16.10.2013 Auf der Suche nach „Bruno“

Nachdem ich Wale schon in Südafrika beguckt habe, entscheide ich mich dafür, heute eine Bear-Watching Tour zu machen.


Der letzte richtige Urlaubstag, also alles noch einmal langsam angehen lassen. Ich lasse die  gestern angereiste Schulklasse vor mir duschen und frühstücken und krieche aus meinem Bett, als es auf dem Flur wieder ruhiger geworden ist und ich die Teens aus dem Haus wähne.

Der Blick aus dem Aufenthaltsraum im Hostel ist genial. Man blickt direkt auf den Hafen und kann jeden Morgen etwas Neues entdecken. Es macht Spaß, hier das Frühstück ausgiebig zu genießen.

Die anderen sind schon zum Paddeln unterwegs. Ich gehe durch den Ort und informiere mich über die Bear Watching Touren. Denn zum Abschluss wollte ich Vancouver Island noch einmal vom Wasser aus sehen. Booked.

Bis zum Start der Tour (4.30 pm) habe ich noch genügend Zeit, die Sonne zu genießen. Ich mache mich erneut auf zum Tonquin Beach. Die Bucht ist menschenleer, ich lege mich im T-Shirt an den Strand und lese mein Buch zu Ende. Die letzten Sonnenstrahlen vor dem Winter sauge ich so richtig in mich auf. Herrlich!

Dann heißt es ab zum Whale Watching Center. Hier werden wir in rote Ganzkörperanzüge gestopft, in denen wir aussehen wie Astronauten. Zu Zehnt machen wir uns auf zum Hafen und steigen in ein kleines Bötchen.

Nach ca. 20 Minuten Schiffsfahrt sehen wir tatsächlich den ersten Bären am Küstenrand. Er ist gerade dabei von einem Baumstamm Essen abzuknabbern. Wir fahren ganz nah dran. Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten ist unglaublich beeindruckend. Der Bär registriert uns gar nicht, da – so lerne ich vom Guide – die Bären keine Gefahr vom Wasser fürchten, sondern ausschließlich vom Land aus. Auf der insgesamt 2,5 Stunden dauernden Tour beobachten wir fünf Bären, sehen mehrere Seehunde und kommen an zwei Weißkopfadlern vorbei.

Inzwischen ist es halb sieben und wir fahren mit dem Boot der untergehenden Sonne entgegen. Am liebsten würde ich mich in diesem Moment selbst kneifen. 

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Donnerstag, 17.10.2013 Seetag

Die Distanzen in Kanada sind andere als in Deutschland und so verbringe ich den heutigen Tag mit der Reise von Vancouver Island zurück nach Vancouver.

Einmal am Tag fährt der Bus von Tofino nach Nanaimo zur Fähre. Die Fahrt dauert ca.  4,5 Stunden. Es geht mit 80 Km/h die Serpentinen hoch und runter.  Bei der Fähre aussteigen, Ticket kaufen, weitere 2,5 Stunden auf See und in Horeshore Bay auf den Bus warten und nach einer weiteren 1 Stunde bin ich wieder Downtown Vancouver.  Inzwischen ist es 7 pm.

Erst einmal im Hostel einchecken. Das liegt mitten auf der Glanville Street. Als ich die Tür  des 4-Bett-Zimmers aufschließen will, komme ich kaum in das Zimmer rein: Ein Schlachtfeld! Alles auf dem Boden verteilt. Es sah aus, als würden mind. 6 Personen in dem Zimmerchen leben. Und wieder eine Deutsche und wieder (wie auch Melanie), wie es das Schicksal so will, jemand der im „früheren Leben“ im Marketing gearbeitet hat. Muss wohl eine Berufskrankheit sein. 

Schnell mache ich mich auf dem Weg raus in die Stadt, um noch die letzten Stunden Vancouver voll auszukosten. Zum Abschluss gönne ich mir noch einen fetten Burger!

Die Nacht werde ich kaum schlafen. Was für ein Partyhostel.  

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Freitag, 18.10.2013 Richness is: Having a dream to believe in!

Diesen Spruch habe ich an meinem ersten Tag in Vancouver auf einem Werbeplakat gelesen und ihn kurzer Hand zum Motto meines Urlaubes gemacht.


Zwei unvergessliche Wochen Kanada liegen nun hinter mir. Heute geht der Rückflug nach München. Wie gerne wäre ich noch länger geblieben!

Für mich war dieser kein gewöhnlicher Urlaub. Ich weiß nicht wann es angefangen hat, dass ich davon geträumt habe, einmal nach Kanada, einmal nach Vancouver zu kommen. Aber ich weiß, dass ich es eigentlich schon seit dem Abi plane. Es war also eher vom ersten Tag an ein ankommen: ankommen in meinem Traum, ankommen im Kanadischen Leben, ankommen bei der Erkenntnis „You can make it“. 

You can make it, I can make it, we all can make it! :-)

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Sonntag, 20.10.2013 Extras

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